Donnerstag, 14.06.2018
Ausnahmsweise fliegen wir diesmal zu einer humanen Uhrzeit, das heißt, dass wir nicht bereits mitten der Nacht aufstehen müssen, sondern uns ganz gemütlich um 10 Uhr auf den Weg nach Düsseldorf machen. Schon wenig später steht unser Wagen auf dem vorgebuchten Parkplatz und wir – ChrisMo, Cam und ich – sitzen in der Lounge und futtern eine Kleinigkeit zum Frühstück.
Um 14 Uhr geht es erst einmal nach London Heathrow. Dort müssen wir zwar drei Stunden Zeit totschlagen, aber mit bummeln durch die zahlreichen Shops dort und anschließendem futtern am abwechslungsreichen Buffet der Lounge, sowie einer anschließenden erfrischenden Dusche im Spa-Bereich gelingt uns auch das. Um 19 Uhr Ortszeit sitzen wir dann endlich in der British-Airways Maschine die uns nach Kanada bringt. Die neun Stunden Flugzeit vergehen – im wahrsten Sinne des Wortes – wie im Flug.
Als wir in Calgary ankommen, können wir erst einmal die Uhren zurück stellen – statt der eigentlichen 4.15 Uhr in der Nacht (so wie wir uns auch fühlen) ist es erst 20.15 Uhr.
Bei Alamo ist der Angestellte erst mal überrascht, dass zwei Personen, ein Kamel und ein Schwein ein dermaßen großes Auto gebucht haben, denn auch diesmal bestand Moni natürlich unbedingt wieder auf ein Schlachtschiff. Als Chris dann trocken erwidert, dass seine Frau es eben groß mag, reicht der arme Man ihm nur wortlos den Schlüssel für den Suburban und wir ziehen mit dem Monster von dannen. Nach 20 Kilometer erreichen wir unser Hotel für diese Nacht, das berühmte Fairmont in Calgary. Cam und ich müssen beim Check-In im Rucksack bleiben, da Tiere hier nicht so gerne gesehen werden.
Im Zimmer angekommen spüren wir dann auch, dass wir jetzt seit 24 Stunden auf den Beinen, bzw. auf den Hufen sind und der Gedanke jetzt noch mal durch die Stadt zu latschen verliert gegen die Aussicht auf ein Schaumbad und ein weiches Bett, wo wir dann auch alle recht schnell in einen tiefen Schlummer fallen.
Freitag, 15.06.2018
Nur fünf Stunden später sind Chris und Moni hellwach und sehr hungrig. Das Problem ist nur, dass es erst 5 Uhr in der Früh ist und die guten Frühstückslokale nicht vor halb sieben öffnen. Wir machen uns also ganz gemütlich fertig und marschieren dann – bei erfrischenden 8 Grad – zu Fuß durch Calgary zu OEB – dem beliebtesten Frühstücksrestaurant vor Ort. Dort futtern wir leckere Lachsbrötchen und Omelette-Crepe bevor wir die nächsten Stunden Calgary erforschen.
Obwohl es sich um eine Großstadt handelt – sogar die viertgrößte Stadt in Kanada – hat sie doch einen ganz besonderen Charme, da sich die vielen Wolkenkratzer mit vielen schönen historischen Häusern abwechseln und das Stadtbild auflockern. Nach der ausgiebigen Sightseeing-Tour erreichen wir wieder unser Hotel, packen alles zusammen, checken aus und decken uns anschließend im nahe gelegenen Walmart mit Wasservorräten ein. Danach geht es auf den Highway Richtung Banff Nationalpark.
Schon nach wenigen Kilometern kommen die ersten Berge in Sicht und bald stellt sich auch das richtige Road-Trip-Feeling ein – je näher wir den Rocky Mountains kommen. Gegen 14 Uhr erreichen wir den Banff National Park und kurz darauf auch unser Hotel im Örtchen Banff, welches sich am Osthang der Rockies befindet. Um im Charleston In einzuchecken sind wir noch zu früh dran, aber zum Glück gibt es ganz in der Nähe ein Chillies Bar & Grill in dem Moni und Chris dann ihr „kleines Hüngerchen“ stillen können.
Anschließend laufen wir denn die angefutterten Kalorien wieder ab, indem wir der Hauptstrasse des Örtchens – der Banff Avenue – folgen und in den schnuckligen Ort spazieren und dort in den unzähligen Shops nach Reisekleidung für Cam und mich suchen. Cam bekommt von Moni peinliche Socken und einen Schal mit Kanada-Aufdruck, ich zum Glück nur ein entsprechendes T-Shirt – Schwein gehabt, dass meine Sockengröße nicht verfügbar war.
Am späten Nachmittag entscheiden wir jedoch, dass wir für einen Tag nun wirklich genug gelaufen sind und gehen zurück zum Hotel, wo wir erst mal unser Zimmer beziehen und die Hufe hochlegen.
Samstag, 16.06.2018
Eigentlich hatten wir heute vor bis 7 Uhr zu schlafen, doch irgendjemand ist so nett, bereits um fünf Uhr auf unserem Zimmer anzurufen, also sind wir vor lauter Schreck erst einmal hellwach, obwohl wir uns aufgrund der langen Reise und der Zeitverschiebung noch im Zombie-Modus befinden. Wir hoffen, dass es uns vielleicht in der nächsten Nacht gelingen wird mehr als fünf Stunden Schlaf zu bekommen.
Der Blick aus dem Fenster ist auch nicht gerade ermutigend – es gießt in Strömen und dazu ist es eiskalt. Moni sieht das Ganze jedoch positiv – wenn das Wetter heute so ungemütlich bleiben sollte, müssen wir halt später noch einen warmen Sweater mit Banff-Logo kaufen – ist doch immer schön einen Grund zum Einkaufen zu haben.
Als erstes heißt es jedoch – warm anziehen, Regenjacken an und ab zu Tooloulous – lt. Trip Advisor soll man dort das allerbeste Frühstück im Umkreis serviert bekommen. Natürlich sehen wir es dann als unsere Pflicht an herauszufinden, ob diese Auszeichnung auch wirklich gerechtfertigt ist.
Nach einer halben Stunde Fußmarsch durch den Nieselregen erreichen wir das Lokal – bzw. das Ende der Warteschlange davor – aber für ein gutes Frühstück wartet sogar unsere ungeduldige Moni gerne ein paar Minuten. Als wir dann später in dem gemütlichen Restaurant vor gefüllten Tellern sitzen und die ersten Bissen verputzt haben, sind wir uns darüber einig, dass wir am nächsten Tag wieder kommen, so lecker sind die frisch zubereiteten Gerichte.
Auf dem Rückweg ergattert Moni dann das dringend benötigte Sweatshirt und sogar Chris hält es für keine schlechte Idee sich selbst mit einem warmen Kleidungsstück zu versorgen um für den heutigen Tag gerüstet zu sein.
Zurück im Hotel machen wir uns nur kurz frisch – also Cam riecht kurz an seinen neuen Socken, ich pudere mir den Rüssel und ChrisMo packen sich dick ein – dann machen wir uns auf den Weg Richtung Lake Louise.
Wir fahren durch den malerischen National Park und der Regen lässt immer mehr nach – teilweise kämpft sich sogar die Sonne durch die dunkle Wolkendecke. Am Bear Creek machen wir einen kurzen Stopp und spazieren ein wenig am Fluss entlang.
Gegen Mittag erreichen wir dann unser Ziel. Lake Louise ist vor allem bekannt für seine wunderschöne, türkisblaue Farbe, welche durch Steinmehl hervorgerufen wird das durch das Gletscherschmelzwasser in den See gespült wird. Das leuchtende Türkis kommt jedoch erst richtig bei Sonnenschein zur Geltung, daher sind ChrisMo am Anfang etwas besorgt, dass uns dieser besondere Anblick aufgrund der Bewölkung entgehen wird, aber wir haben Glück – während wir um den See herum wandern reißen die Wolken immer mal wieder auf und wir können das wunderschöne Leuchten des türkisfarbenen Sees bestaunen – wirklich ein einzigartiger Anblick!
Anschließend fahren wir weiter zum Lake Moraine – ebenfalls ein von Gletschern gespeister See. Er liegt im Valley oft the Ten Peaks – einem Tal, das von zehn Berggipfeln der Wenkchemna Range umgeben ist. Die Farbe des Sees ist Smaragdgrün – und entsteht ebenfalls durch Partikel des Gletscherabriebs, welche das Licht reflektieren.
Der Himmel zieht sich wieder zu und Moni bekommt langsam Hunger, also treten wir die Rückfahrt an. Allerdings machen wir unterwegs noch einen Abstecher zur Tunnel Mountain Road – hier kann man über einen kurzen Wanderweg den Aussichtspunkt der Hoodoos erreichen – einer Ansammlung von steinernen Felsnadeln.
Wieder zurück im Hotel machen wir uns nur kurz frisch und gehen dann zu Fuß in den Ort. Diesmal haben Chris und Moni Appetit auf herzhaftes, gut gewürztes indisches Essen und das Indian Curry House stillt dieses Verlangen ausreichend. Danach wollen wir alle nur noch die Hufe hochlegen, denn nach diesem Tag sind wir alle glücklich, aber total erschöpft, daher gestaltet sich die Abendunterhaltung darin, dass wir uns von innen anschauen und Traum-TV gucken.
Sonntag, 17.06.2018
Juhu, wir haben es geschafft! Wir alle haben heute gut geschlafen und wachen erholt um 6 Uhr – nach mehr als neun Stunden Schlaf – auf.
Heute fühlen wir uns also endlich nicht mehr wie Zombies sondern wieder richtig menschlich – bzw. schweinisch oder kamelisch.
Die Temperaturen liegen zwar, jetzt in der Frühe, noch bei erfrischenden minus 1 Grad, aber der Himmel ist strahlend blau und der Wetterbericht hat für den Tag Temperaturen bis 25 Grad versprochen.
Erneut gehen wir zu Touloulous und verspeisen dort erst einmal ein leckeres Frühstück – und bis wir wieder zurück im Hotel sind, gibt die Sonne schon einen wärmenden Vorgeschmack auf das was noch kommt, also schlüpfen Moni und Chris aus Pulli und Jacke und wechseln zu T-Shirts.
Als wären wir die letzten beiden Tage nicht schon genug gelaufen, ist heute Extrem-Wandertag angesagt. Der Wagen bleibt heute nämlich in der Garage stehen und wir gehen alle Sehenswürdigkeiten rund um Banff-Village zu Fuß an.
Zuerst geht es einige Kilometer zum Bow Falls Viewpoint – einem kleinen Wasserfall – anschließend wandern wir durch den Wald zu den B.Cave & Basin National HIstoric Site – dem Ursprung dieses National Parks … dem übrigens sehr faulig riechenden Ursprung … der Schwefel ist doch recht intensiv. Cam hatte im Rucksack geschlafen, wurde durch den beißenden Geruch wach und dachte zuerst, dass Moni ihre Schuhe ausgezogen hat, aber ich konnte ihn direkt damit beruhigen dass es sich lediglich um die Ausdünstungen der heißen Quellen handelt.
Auf dem Rückweg über die Waldstrecke laufen uns sogar noch einige Rehe über den Weg.
Nachmittags erreichen wir wieder unser Hotel und setzen uns noch ein wenig auf die Terrasse um dort die Sonne zu genießen. Chris und Moni lesen gemütlich, Cam hält ein Nickerchen – nur ich armes Schwein muss arbeiten und nutze die Zeit um den Reisebericht des heutigen Tages auf Papier zu bringen.
Später gehen wir dann noch einmal ins Chillies und lassen unseren letzten Abend in Banff – bei leckeren Burgern und Bier –gemütlich ausklingen.
Montag, 18.06.2018
Heute verlassen wir Banff und fahren nach Jasper. Ein anständiges Frühstück vor der langen Fahrt muss aber natürlich trotzdem sein, also stehen wir früh auf und gehen in den Ort um ein letztes Mal im Touloulous zu frühstücken.
Noch einmal durch Banff spaziert, dann heißt es – zusammen packen, auschecken und ab zum nächsten Ziel.
Unterwegs machen wir Halt am Bow Summit, wo ChrisMo den steilen Trail zum Aussichtspunkt des Peyto Lake hochzuwandern. Cam und ich wollen uns diese Anstrengung jedoch ersparen und spielen lieber im Schnee. Der Aufstieg hat sich aber anscheinend gelohnt, die beiden sind ganz begeistert von der Aussicht.
Anschließend geht die Fahrt Richtung Jasper weiter – unterwegs machen wir aber immer wieder kurze Stopps, weil die Landschaft einfach so wunderschön ist.
Am Nachmittag erreichen wir dann den Jasper National Park und schon bald läuft uns dort doch tatsächlich ein kuscheliger Bär vor die Linse!
Wir checken im Best Western ein und Cam und ich machen es uns dort direkt gemütlich, während Chris und Moni in den Ort gehen um sich dort ein wenig umzuschauen und sich mit einem indischen Abendessen für den morgigen Tag zu stärken.
Dienstag, 19.06.2018
Heute ist der 25. Jahrestag von Chris und Moni und gleichzeitig auch der 9. Hochzeitstag, daher haben Cam und ich für Christian Beileidskarten gemalt und ihn direkt beim Aufwachen mit Taschentüchern beschenkt. Als Cam jedoch bewusst wird, dass Chris es jetzt schon seit einem Vierteljahrhundert mit Moni aushalten muss, hat er alle Taschentücher selber voll geheult.
Moni hat seit gestern eine Erkältung mit fiesen Halsschmerzen und spricht daher wenig – das perfekte Jahrestags-Geschenk für Christian – endlich Ruhe!
Wir stärken uns erst einmal am Frühstücksbuffet des Hotels, dann fahren wir zum Maligne Canyon, wo wir ein wenig wandern, danach machen wir einen kurzen Stopp am Madison Lake, bevor wir unser eigentliches Ziel erreichen, den Maligne Lake. Wir wandern einige Stunden um den See herum und suchen uns schließlich ein schattiges Plätzchen am Ufer, wo wir ein wenig faulenzen.
Um 15 Uhr startet unsere gebuchte Bootstour auf dem See zur Spirit Isle. Moni wundert sich, warum alle Boote überdacht sind, wird aber schnell aufgeklärt – die 31 Grad die wir heute haben sind wohl eher ungewöhnlich – erst letzte Woche mussten alle Touren aufgrund eines schlimmen Schneesturms abgesagt werden. Da staunen wir alle nicht schlecht!
Wir erreichen die kleine Insel Spirit Isle und haben dort 30 Minuten Aufenthalt. Dieser Ort ist einfach märchenhaft und unvergesslich!
Wir hatten übrigens auch die perfekte Unterhaltung an Bord – ein Mitreisender (welchen wir insgeheim Sheldon genannt haben, weil sein Verhalten an Sheldon Cooper von The Big Bang Theorie erinnert hat) war mit seiner Frau (die er ständig herum kommandiert hat) und Baby mit dabei. Er war ausgerüstet mit einem Rucksack von einer Größe, mit dem man locker drei Wochen auf dem Mount Everest überlebt hätte. Kaum legt das Boot ab, legt er seine – eigens mitgebrachte – Schwimmweste an – mit Pfeife und allem Drum und Dran. Auf der Spirit Isle packt er dann seinen gesamten Rucksack aus und zaubert ein aufblasbares Boot zutage, welches er dann auch sofort aufpumpte. Dann baute er ein Stativ auf und filmte sich schließlich selbst dabei, wie er einmal mit dem Boot zur kleinen Insel fährt und wieder zurück. Bei einem Aufenthalt von nur 30 Minuten kam er dabei ganz schön ins Schwitzen und unsere Gruppe wusste nicht, ob man jetzt die Insel bewundern oder lieber ihn bei seinen merkwürdigen Verrenkungen beobachten sollte und irgendwie haben die meisten Leute wohl genauso viele Bilder von Sheldon wie von der Spirit Isle. Er hat auf jeden Fall für eine Menge Gesprächsstoff – und viel Gelächter – gesorgt.
Wieder an Land machen wir uns auf die Rückfahrt zum Hotel – auf dieser entdecken wir sogar noch einen Weißkopfseeadler und seine Küken im Nest.
Zurück im Ort gehen wir zu einer Apotheke und besorgen erst mal eine Kollektion an edikamenten für Moni, damit sie wieder ein bisschen sprechen kann – ohne ihr ständiges Gelaber ist es dann doch langweilig.
Anschließend geht es zum Jasper Pizza Place, wo wir leckere Pizza und Pasta futtern.
Mittwoch, 20.06.2018
Aus unerfindlichen Gründen ist Moni sauer auf mich. Als sie heute aufwacht sitze ich auf ihrem Kissen und begrüße sie mit einem freundlichen „Boah, siehst Du scheiße aus!“ und Moni meint daraufhin „Ja, ich bin total erkältet“. Ich erwidere „Oh Nein! Das auch noch!“ und das nächste was ich weiß ist, dass ich auf die hinterste Rückbank im Auto verbannt werde … warum auch immer…?
Auf jeden Fall gehen wir es heute ganz ruhig an – nicht nur wegen der „Röchel-Moni“ sondern auch wegen der aktuellen Temperaturen von 32 Grad. Wir frühstücken also erst einmal gemütlich im Hotel, dann fahren wir zum Berg Whistler und lassen uns dort mit der Seilbahn die 2.500 Meter hochziehen. Zum Glück dauert die Fahrt nur sieben Minuten, denn auch wenn die Aussicht fantastisch ist – eingepfercht mit einer großen Gruppe Touristen in einer Blechkiste ohne Klimaanlage, ist bei den momentan herrschenden Temperaturen nicht gerade ein Hochgenuss.
Oben angekommen wandern wir ein wenig herum und genießen das tolle Panorama. Als wir von oben die malerischen Seen entdecken, entscheiden wir spontan, dass ein Nachmittag am Strand genau das Richtige wäre, um Moni wieder fit zu kriegen, also fahren wir mit der Seilbahn wieder runter und steuern Lake Patricia an. Auf der Suche nach einem Parkplatz läuft uns fast ein Pärchen vor das Auto. Beide ausgerüstet mit je einer XXL-Flasche Bärenabwehrspray am Gürtel. Chris witzelt, dass die wohl erwarten gleichzeitig von beiden Seiten von Bären angegriffen zu werden. Ich frage daraufhin, warum eigentlich fast alle Touristen die uns begegnen mit Glöckchen und/oder Bärenabwehrspray ausgerüstet sind und wir noch nicht mal eine Glocke dabei haben und Chris erklärt, dass wir mit Moni im Schlepptau immer sicher sind, denn wenn sie dauerlabernd durch den Wald trampelt, hören die Bären sie kilometerweit und nehmen Reißaus – ein Glöckchen wäre also völlig überflüssig. Das leuchtet Cam und mir natürlich ein.
Am See angekommen suchen wir uns ein schattiges Plätzchen, genießen die kühle Brise und machen den Rest des Tages … nichts.
Für mich als rasender Reisereporter natürlich nicht sehr ergiebig. Sorry Leute, aber ich kann mir ja schlecht was aus den Hufen saugen. Nach dieser „Anstrengung“ gehen wir abends ins Famoso und verputzen dort leckere Pizzen mit viel geröstetem Knoblauch.
Donnerstag, 21.06.2018
Nach dem Frühstück müssen wir wieder zusammenpacken und das Hotelzimmer räumen. Wir verlassen Jasper National Park und fahren einige Zeit über den normalen Highway bevor wir durch den Mount Robinson Provincial Park fahren. Hier treffen wir auch auf eine Bärenmama mit gleich 3 schnuffigen Babies. Wir sind jetzt im Bundesstaat British Columbia und müssen unsere Uhren wieder eine Stunde vorstellen – so schnell kann man eine Stunde Zeit verlieren.
Am frühen Nachmittag erreichen wir den Ort Clearwater und – nach weiteren 20 Kilometern über unbefestigten Schotterweg – auch unser Domizil für die nächsten beiden Nächte – das Alpine Meadows Resort.
Unsere große Hütte liegt direkt am Hallamore Lake und von der Terrasse aus können wir den gesamten See überblicken. Ein wunderschöner Ort, der zum Verweilen einlädt, also erholen wir uns nach der Fahrt erst mal auf der Terrasse und genießen die wunderschöne Landschaft.
Schnell bemerken wir jedoch die Nachteile einer Hütte am See – nämlich als Scharen von Moskitos deutlich machen, dass sie von unserem Mückenschutz gänzlich unbeeindruckt sind. Unsere nächste Mission lautet also die 20 Kilometer zurück nach Clearwater zu fahren um dort das gute OFF-Spray und Salbe gegen Mückenstiche zu kaufen – und dann auch direkt das Abendessen einzunehmen, denn ansonsten gibt es hier – mitten im Wells Gray Park – kaum Alternativen an Futter zu kommen.
Aber die Moskitos sind überall – sie fliegen ins Auto sobald man die Tür öffnet und stechen ohne Probleme auch durch T-Shirts und Jeans. Chris und Moni zählen beim Abendessen im Hog´n Hog ihre Stiche.
Bei Regen und Gewitter geht es durch den Wald zurück wo wir auf ein – vom Blitz aufgeschrecktes – Reh mit ihren Kitzen stoßen.
Wieder zurück in der Hütte kommt der, bereits vor dem Urlaub angeschaffte,Stichheiler zum Dauereinsatz und darf erst mal unzählige Mückenstiche verarzten.
Da es mittlerweile in Strömen gießt, machen wir es uns auf der ausziehbaren Couch vor der Fensterfront im Wohnzimmer bequem. So haben wir den herrlichen Ausblick auf den See, einen gemütlichen Liegeplatz und können – geschützt durch die Insektenschutznetze – bei geöffneter Terrassentür das Draußenfeeling genießen – ganz ohne dabei nass oder zerstochen zu werden. Dazu gibt es Bier und Cider, welches auf dem Rückweg noch beim Liquor Shop erworben wurde.
Als Moni auf dem Bauch einschläft und wir ihre zahlreichen Mückenstiche auf dem Rücken bewundern können (sie war so naiv und hat sich nur dort eingesprüht wo sie nicht bekleidet war) ist Chris so lieb und gibt Cam und mir Stifte, damit wir auf Moni „Malen nach Stichen“ spielen können – wir kreieren ein wahres Kunstwerk!
Freitag, 22.06.2018
Um sieben Uhr klingelt der Wecker und wir machen uns schnell fertig und gehen den kurzen Weg zum Gebäude wo morgens das inkludierte Frühstück für die Gäste serviert wird. Internet sucht man auch hier vergeblich, dafür kann man beim frühstücken aber Kolibris beobachten, die hier von den Gastgebern mit Zuckerwasser verköstigt werden. Als ich Chris nachher frage, wie das Frühstück denn gewesen ist, bekomme ich nur ein „Naja, es lag da auf dem Teller“ zu Antwort.
Wir sprühen uns doppelt und dreifach mit OFF ein – ein Anti-Mückenspray welches, dem Geruch nach, auch fettverkrustete Pfannen reinigt – und hechten so schnell wie möglich ins Auto, damit nicht ganz so viele Mücken mit uns ins Wageninnere gelangen.
Als erstes steuern wir die Spahats Greek Falls an. Da uns jedoch ca. 50 Mücken stetig begleiten – sie sitzen auf ChrisMos Jacken, Hosen, Rucksäcken – entscheiden wir und gegen eine längere Wanderung. Moni läuft die ganze Zeit klatschend durch den Wald und wird von Außenstehenden wahrscheinlich für eine Waldorf-Schülerin gehalten. Langsam glaube ich, dass der Schuhplattler wurde gar nicht in Bayern, sondern in Wells Gray erfunden.
Unser nächstes Ziel sind die Helmcken Falls – mit 141 Metern der vierthöchste Wasserfall in Kanada. Diesmal wollen Chris und Moni besser vorbereitet sein – mit zugeschnürter Kapuze und Handschuhen sprühen sie sich gegenseitig auch die die Kleidung ein – die zahlreichen Mücken zeigen sich jedoch auch davon völlig unbeeindruckt und rufen weiterhin zum Angriff auf.
Als wir beim Clearwater Lake ankommen öffnet der Himmel leider wieder seine Schleusen, daher ist die Oberfläche des Sees unruhig und zeigt nicht die glatte Spiegelfläche die zur Namensgebung des Sees geführt hat.
Aber ChrisMo sind jetzt sowieso nur noch genervt von den angriffslustigen Moskitoschwärmen und sind es langsam leid ständig neue Quaddeln zu sammeln. Moni grummelt, dass sie sich gerne eine Näh-Anleitung für eine Burka aus Moskitonetz runterladen würde, sollte sie hier mal eine Stelle finden, wo es Internet gibt. Beide sind also gar nicht traurig, als der Regen immer heftiger wird und bald auch noch Blitz und Donner dazu kommen.
Die zwei sind sich einig, dass man jetzt wohl am besten zurück nach Clearwater fahren sollte um ein spätes Mittagessen einzunehmen um dann den restlichen Nachmittag gemütlich – mit einem Buch und Blick auf den verregneten See – in der Hütte zu verbringen. Wir finden es wirklich schade, dass wir nicht weiter mit den Mücken durch den Park wandern können…
Während wir bei Double R köstliche Pizzen verspeisen, taufen wir den Ort und einige Destinationen auf realistische Namen um – unser See heißt ab sofort „Moskito Lake“ und die Anlage wird in „Alpine Itch Resort“ umbenannt.
Nach einem kuscheligen Nachmittag wollen ChrisMo sich ungern wieder raus in den Regen wagen, daher opfern Cam und ich uns und bereiten eine Kleinigkeit zum Abendessen vor, damit die beiden weiter Ihrer Faulheit frönen können.
Samstag, 23.06.2018
Heute früh treten wir die Flucht aus „Moskito Village“ an – es wird sonst einfach zu gefährlich. Moni murmelt beim Frühstück – mit irrem Blick und Feuerzeug in der Hand – ständig irgendwas von „alles niederbrennen“ und das „keine Mückenlarve entkommen darf“. Nachdem wir also ein letztes Mal das Frühstück des Alpine Meadows Resort in Anspruch genommen haben, packen wir zusammen und verlassen unser gemütliches Häuschen.
Aufgrund des schlechten Wetters ist es noch ziemlich neblig, was dafür sorgt, dass der Wald noch geheimnisvoller wirkt. Wir rumpeln über unbefestigte Schotterwege der Zivilisation entgegen und erreichen schon bald die Kabelfähre, welche uns ans andere Ufer bringt. Hier gibt es auch eine Tankstelle an der wir unseren Suburban füttern können.
Schon bald hat die Zivilisation uns wieder und wir haben auch wieder Internet. Gegen Mittag erreichen wir dann unser Domizil für die nächsten beiden Nächte – die Ranch South Thompson Inn.
Diese Anlage ist einfach wunderschön – direkt am Fluss gelegen, bietet das große Gelände alles, was das Herz begehrt – eine weitläufige Parkanlage mit Grünflächen, einem Pool, einem Golfplatz, Pferden, Schafen – zur Zeit sogar kleine Lämmchen – und sogar zwei Lamas.
Unser Zimmer ist groß, mit einer Terrasse zur Flussseite. Allerdings ist das Zimmer bereits bewohnt – von einem kuscheligen Bären. Er muss sich erst einmal einer ernsten Befragung durch Cam und mich unterziehen ob es sein Ziel ist, uns beide als Reisereporter zu ersetzen, aber anscheinend sind unsere Befürchtungen unbegründet.
Als Cam erfährt, dass dieser Ort Kamloops heißt, wird er ganz aufgeregt und hofft, hier Verwandte zu finden. Wir erkunden also gemeinsam die Ranch und suchen mit ihm zusammen nach bresigen Kamelen. Wir werden fündig – zwar handelt es sich hierbei um kein Kamel, aber der verpeilte Blick weist ganz eindeutig auf denselben Genpool hin.
Wir kommen zu den Entschluss, dass dies ein perfekter Ort ist um zu planschen und die Sonne zu genießen – gewandert sind wir in den letzten Tagen schließlich schon genug.
Abends fahren wir dann die 20 Kilometer nach Kamloops und futtern dort bei Quilas leckere Quesadilas und Sopa de Tortilla.
Sonntag, 24.06.2018
Heute haben wir das Frühstücksbuffet im Hotel ausprobiert und sind danach zum Wildlife Park von Kamloop gefahren – hier werden heimische Wildtiere nach Unfällen behandelt und wieder aufgepäppelt. Nur wenn sie danach nicht wieder ausgewildert werden können – z. B. Greifvögel, die nicht mehr fliegen können – verbleiben sie im Park, ansonsten werden sie wieder in die Freiheit entlassen – das wollen wir natürlich unterstützen.
Mittags sind wir dann wieder auf der Ranch und verbringen den restlichen Tag – bei hochsommerlichen Temperaturen – mit schwimmen, radeln und relaxen.
Abends fahren wir dann zum 10 Kilometer entfernten Denny´s und verputzen dort leckere Burger und Pasta.
Montag, 25.06.2018
So sehr wir das Faulenzen auf der Ranch auch genossen haben, freuen wir uns doch auch auf die nächsten Etappen unserer Reise, daher heißt es heute wieder – Kofferpacken.
Nachdem wir ausgecheckt haben, fahren wir wieder bei Denny´s vorbei, denn dass man hier auch lecker frühstücken kann, wissen wir ja schon von unseren ganzen USA Reisen. Monis ausgewähltes Gericht ist zwar kein Frühstück, gilt aber trotzdem, weil sie Milch dazu bestellt hat – klingt komisch, ist es auch. Ich lerne nie aus – also Kaffee oder Milch verwandeln einfach jedes Gericht in ein Frühstück. Chris bestellt sein geliebtes Superberbird Sandwich. Dermaßen gestärkt treten wir die knapp 400 Kilometer lange Fahrt bis zu unserem nächsten Ziel an.
Nach den zwei sonnigen und sehr heißen Tagen ist es heute bewölkt, die Temperaturen gehen teilweise sogar bis auf 9 Grad runter und hin und wieder regnet es sogar. Aber Moni ist unbesorgt – sie hat wohl einen Deal mit Petrus ausgehandelt, dass – die dringend benötigte Wagenwäsche – genehmigt sei, solange wir in Whistler dann wieder gutes Wetter haben.
Einige Zeit fahren wir noch durch das kanadische Auenland mit seinen niedlichen Hügeln und bunten Farben, doch bald schon verändert sich die Landschaft und wir sind endlich wieder in den richtigen Bergen, die wir in den letzten Tagen richtig vermisst haben.
Am späten Nachmittag erreichen wir dann den Ort Whistler und unser Hotel für die nächsten beiden Nächte, das Westin Resort & Spa.
Nachdem wir unsere großzügige Suite – mit Kamin- bezogen haben, verkündet Moni, dass sie genau weiß, wie – und wo- sie die nächsten beiden Tage zu verbringen gedenkt und wünscht Chris, Cam und mir viel Spaß beim Erkunden der Gegend. Aber diese Illusion mache ich schnell zunichte – ab morgen müssen ChrisMo wieder fleißig wandern und Cam und mich durch die Gegend schleppen, damit meine Hufe was zu schreiben bekommen.
Die beiden ziehen los um ein wenig Whistler zu erkunden und landen dann in der Pizzeria Antico. Dieses – im Vintage Stil eingerichtete – Lokal bietet köstliche Steinofen Pizzen und dazu eine große Auswahl an verschiedenen Craftbeer Sorten.
Während Chris und Moni sich also den Bauch mit Pizza vollschlagen und sich dabei durch verschiedene Biersorten süffeln, machen Cam und ich es uns im Zimmer vor dem Kamin gemütlich – allerdings will mit Camelot keine wirklich romantische Stimmung aufkommen.
Dienstag, 26.06.2018
Heute schlafen wir bis 8 Uhr und machen uns dann gemütlich fertig. Als bereits eine Stunde später das Zimmermädchen anfragt, ob sie das Zimmer reinigen könne, hat Moni direkt ein schlechtes Gewissen. Sie schließt aus dieser Anfrage, dass anscheinend alle anderen Gäste des Hotels bereits viel früher in den Tag starten und fragt Chris, ob er sich wegen ihrer Faulheit auch so schlecht fühlt. Chris verneint und entgegnet, dass er schließlich hier im Urlaub sei. Nach kurzem Überlegen stellt Moni fest, dass das bei ihr ja auch der Fall wäre … was für ein Zufall!
Weil es noch recht bewölkt ist, ziehen die beiden sicherheitshalber ihre Regenjacken an, aber der Deal mit Petrus steht anscheinend tatsächlich – wir kommen trockenen Hufes zum Crepe Montagne, wo uns köstliche Vollkorn Crepe – gefüllt mit Tomaten, Ei, Schinken und Käse – serviert werden.
Gesättigt bummeln wir anschließend durch das malerische Whistler. Man merkt sofort, dass es sich bei diesem Ort eigentlich um ein Wintersport—Domizil handelt. An den beiden Bergen – Whistler und Blackcomb – die den Ort umschließen, gibt es zahlreiche Abfahrten und Seilbahnen. In 2010 wurden hier auch die Olympischen Winterspiele ausgetragen.
In den zahlreichen Geschäften können Chris und Moni dann einige Stunden herum bummeln und den Geldbeutel etwas erleichtern.
Mittags geht es dann wieder in die Natur. Als erstes steuern wir die Alexander Falls an – im Callaghan Valley gelegen ist dieser Wasserfall mit 43 Metern doch recht beeindruckend. Nach diesem Ausflug fahren wir zum Brandywine Falls Provincial Park – dieser liegt ca. 18 Kilometer von Whistler entfernt und hat seinen Namen vom gleichnamigen Wasserfall welchen man über einen malerischen Waldweg erreicht.
Der Wasserfall wird vom 66 Meter herabstürzenden Wasser des Brandywine Creek gebildet. Weiterhin hat man vom Trail aus noch eine wunderschöne Aussicht auf den Daisy Lake.
Am Nachmittag steuern wir noch den Rainbow Park am Alta Lake an und spazieren um den See herum. Zum Schwimmen ist es heute leider zu kalt, aber man kann den See und die schöne Parkanlage genießen. Ein perfekter Ort zum Relaxen.
Abends wollen Chris und Moni eigentlich wieder zur Pizzeria Antico gehen und sich dort bei köstlicher Steinofenpizza weiter durch die Craftbeer Karte süppeln, aber leider wurde das Lokal durch eine große Reisegruppe in Beschlag genommen und ein freier Tisch ist daher frühestens in 2 Stunden zu erwarten. Die beiden ziehen von dannen und erwärmen sich dann für die Idee bei einer Pizzeria in Hotelnähe etwas mitzunehmen um im gemütlichen Hotelbett ein Picknick zu machen. So platzen sie also unerwartet in Cams und meine Abendplanung – aber dafür dürfen wir mitfuttern.
Mittwoch, 27.06.2018
Heute reißt uns der Wecker bereits um 6 Uhr in der Frühe aus den Federn. Moni schlurft als erste ins Bad um wenig später frustriert zu verkünden, dass sie zugenommen hat. Chris wirft mir einen warnenden Blick zu und ich lege eine oskarreife Leistung hin, als ich erwidere „Waaaas??? Wie konnte DAS denn passieren?“ und stelle anschließend die Vermutung auf, dass die kanadische Regierung dem Trinkwasser anscheinend heimlich Kalorien beifügt, denn anders lässt sich eine Gewichtszunahme wohl nicht erklären. Ich bedaure ihre Pechsträhne, schließlich war bereits letztes Jahr auf Hawaii diese furchtbare Luftfeuchtigkeit Schuld daran, dass ihre gesamte Kleidung zu eng wurde.
Um 8 Uhr checken wir bereits aus – unsere Fahrt mit der Fähre nach Vancouver Island ist zwar erst für 15 Uhr angesetzt, aber Chris hofft, dass wir noch einen Platz auf einer früheren Fähre ergattern können, wenn wir früh genug am Hafen sind.
Frühstücken müssen wir natürlich trotzdem, also steuern wir das Southside Diner an. Hier gibt es nicht nur eine humorvolle Speisekarte mit Regeln zum Verhalten im Diner, sondern auch wirklich gutes Frühstück.
Anschließend geht es über den Highway 990 (auch „From Sea to Sky Highway“ genannt) Richtung Meer. Unterwegs machen wir noch einen kurzen Halt beim Shannon Falls Provincial Park und gehen das kurze Stück zu den Shannon Falls, die mit 335 Metern die dritthöchsten Wasserfälle British Columbias sind.
Weiter auf dem Highway 99 erspähen wir schon die ersten Ausblicke auf das Meer, die Strecke ist wirklich traumhaft. Wir erreichen Horseshoe Bay bereits um 11 Uhr – und tatsächlich werden Chris Hoffnungen erfüllt und wir werden auf die Fähre um 13 Uhr umgebucht. Während wir im Wagen in der Warteschlange darauf warten in die Fähre reinfahren zu können, vertreiben sich ChrisMo die Zeit mit lesen, während ich den Reisebericht auf den aktuellen Stand bringe. Eine knappe Stunde später können wir dann auch schon auf die Fähre. Da wir während der der Warterei bei den sommerlichen Temperaturen ziemlich ins Schwitzen gekommen sind, lässt Moni ihre Windjacke – die Chris ihr extra für diesen Urlaub geschenkt hat – im Wagen zurück. Chris nimmt seine – modellgleiche – Wind- und Regenjacke mit an Deck und erntet dafür von Moni belustigte Blicke und die Frage ob er denn starke Regenfälle auf der Überfahrt erwarten würde.
Zuletzt lacht dann jedoch Chris – und zwar sehr häufig auf der fast zweistündigen Fahrt. Denn natürlich suchen sich die beiden keinen Platz unter Deck sondern ganz vorne, oben auf dem Außendeck – schließlich möchte man ja auf der Fahrt ein paar Fotos schießen und nach Walen Ausschau halten. Genau dort weht jedoch ein enormer Wind. Solange wir noch einigermaßen von der Bucht geschützt sind, gerade noch aushaltbar, aber kaum sind wir auf dem offenen Meer holt Moni ihre Sweatjacke raus, die sie zum Glück noch in en Rucksack gepackt hat. Aber obwohl sie sich die Kapuze so tief wie möglich ins Gesicht zieht, der eisige Wind frisst sich durch den Stoff durch. Als dann noch die Sonne hinter den Wolken verschwindet, ist Moni nur noch ein mit Gänsehaut überzogener Eisblock. Christian erzählt ihr währenddessen, wie toll die neue Jacke den Wind abhält und wie schade es doch sei, dass sie nicht auch über solch eine WINDjacke verfügt. Hätte er ihr doch bloß auch so eine Jacke geschenkt… wobei ihm einfällt, dass er das ja gemacht hat!
Moni grumpfelt und giffelt – sie weiß ja, dass die Häme durchaus berechtigt ist. Allerdings weigert sie sich auch stur den Außenplatz mit der warmen Kabine zu tauschen und friert daher standhaft weiter.
Bald schon lässt sich schemenhaft Vancouver Island am Horizont erkennen und gegen 15 Uhr erreichen wir die Insel.
Chris übernimmt die Fahrt zum Hotel, da Moni erst mal auftauen muss. Am späten Nachmittag erreichen wir dann Parksville – eine Kleinstadt direkt an der Parksville Bay. Die Bevölkerung liegt bei knapp 12.000 Einwohnern und der Ort hat nicht wirklich viel zu bieten. Aber unser Hotel, das The Beach Club Resort liegt direkt am Strand und dient sowieso nur als Unterbringung für eine Nacht. Die Temperaturen liegen zwar bei 20 Grad, aber es ist ziemlich bewölkt und daher ist die Atmosphäre nicht wirklich anheimelnd, daher verzichten wir auf einen Spaziergang am Strand und gehen stattdessen in den Ort um ein frühes Abendessen einzunehmen, denn die Recherche über TripAdvisor hat ergeben, dass die meisten Restaurants in Parksville – warum auch immer – bereits um 20 Uhr schließen. Bei Leftys gibt es dann leckeres Flatbread für Chris und Pasta für Moni.
Auf dem Rückweg klart es ein wenig auf, daher gehen wir das restliche Stück zum Hotel doch über den Strand und genießen dort den Sonnenuntergang.